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Krebs und Psyche

Psychische Folgen der Krebserkrankung

Mentale Belastung durch die Krebserkrankung

Eine Krebserkrankung  stellt für die Betroffenen und ihre Angehörigen eine enorme psychische Belastung dar. Die Konfrontation mit der Diagnose ist ein Schock, das psychische Gleichgewicht gerät ins Wanken. Betroffene berichten, dass vor allem der empfundene Kontrollverlust über das eigene Leben unerträglich scheint. Unzählige Fragen und Emotionen stürzen im Chaos über sie einher. Wie ist meine Prognose? Werde ich wieder gesund? Werden die Untersuchungen und Therapien eine Quälerei sein? Was ist mit meiner Arbeit? Wie geht es meinen Angehörigen damit?

Nicht nur der Kampf gegen die Erkrankung, sondern auch die Bewältigung solcher Ängste und Stimmungstiefs verlangen den Patienten einen gewaltigen Kraftakt ab. Für viele Betroffenen kann sich daraus eine dauerhafte psychische Belastungsstörung entwickeln. Besonders Depressionen und Angst sind weit verbreitet. Regelmäßig wiederkehrende Stimmungstiefs werden für viele zu einem Problem. Für mehr als 50 Prozent der Patienten entwickelt sich daraus eine Depression. Besonders hoch ist das Depressionsrisiko, wenn die Erkrankung oder Therapieverfahren mit Schmerzen, funktionellen Einschränkungen oder sichtbaren Wunden verbunden sind. Zudem stellt eine unsichere Prognose einen zusätzlichen Überlastungsfaktor dar.

Auch die Angst wird zum ständigen Begleiter. Angst vor Schmerzen, vor körperlichen Folgen der Therapien und vor Allem Angst vor dem Unaussprechlichen: Dem Tod. Selbst wenn die Krebserkrankung überstanden und die Prognose gut ist, leiden viele Betroffenen weiterhin an der ständigen Angst, einen Rückfall zu erleiden.

Einfluss auf Therapie und Prognose

Psychische und körperliche Verfassung beeinflussen sich gegenseitig. So können körperliche Beschwerden in psychischen Beeinträchtigungen münden und umgekehrt.

Dies gilt auch für den Verlauf chronischer Erkrankungen. Studien haben beispielsweise erwiesen, dass eine Depressionen nicht nur die Lebensqualität der Krebspatienten beeinflussen sondern maßgeblichen Einfluss auf die Heilungschancen und die Überlebensrate ausüben. Patienten mit depressiver Begleitsymptomatik weisen demnach ein bis zu dreifach höheres Sterblichkeitsrisiko auf als Betroffene ohne Depressionen.

Zudem beeinträchtigt die doppelte Belastung die Fähigkeit zur Krankheitsbewältigung. Da Depressionen häufig mit Müdigkeit, Aktivitätseinschränkungen und Hoffnungslosigkeit einhergehen, wird der Kampf gegen Krebs erschwert.

Daher ist für die Patienten eine Früherkennung und Behandlung psychischer Beschwerden besonders wichtig.

Psychoonkologie

Die Psychoonkologie beschäftigt sich mit der psychologischen Betreuung von Krebspatienten. Ziel ist es, psychische Belastungen, die mit der Krebserkrankung einhergehen, zu mildern. Der Patient wird darin unterstützt, die Diagnose zu akzeptieren. Zudem wird der Klient seinen Ressourcen gestärkt, um mit der Erkrankung umzugehen. Auch Angehörige können in die Therapie eingebunden werden und im Umgang mit der Situation und dem Betroffenen unterstützt werden werden.

In der Regel wird eine psychologische Betreuung von der Krankenkasse bezahlt. Allerdings beträgt die Wartezeit für einen Therapieplatz bis zu 6 Monate. Durch die Vermehrung psychischer Belastungsstörungen in der Coronakrise wird Psychotherapie zunehmend zur Mangelware.

Zudem sollte der Therapeut über eine anerkannte psychoonkologische Weiterbildung gemäß der Standards der Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) verfügen. Die Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft setzen beispielsweise grundlegende Kenntnisse über Krebserkrankungen, Therapieverfahren, deren Begleiterscheinungen sowie über psychische Störungen und Gesprächsführung voraus. Ein derartiger Qualitätsanspruch erschwert allerdings ebenso die Suche nach einen geeigneten Therapeuten.

Gesundheits-Programme und medizinische Apps

Bedingt durch die Corona-Pandemie nimmt die Popularität von Betreuungsangeboten über Telemedien und Gesundheits-Apps zu. Ärzte und Psychologen bieten beispielsweise Gespräche über Videosprechstunden an. Solche Sprechstunden können inzwischen sowohl an einem Computer als auch auf mobilen Geräten ortsunabhängig wahrgenommen werden.

Apps können die Rücksprachen mit dem behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten unterstützen. Zudem gibt es inzwischen zahlreiche Apps zur Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung. Krankenkassen wie beispielsweise die DAK bieten Ihren Versicherten Apps zum Rückentraining oder Raucherentwöhnung an. Auch Versicherungen wie beispielsweise die Krebsversicherung Digital bieten ein breites Leistungsspektrum an digitalen Angeboten.

Dabei wird unterschieden zwischen

  • Medizin-Apps: dienen zur Bewältigung meist chronischer Krankheiten
  • Gesundheits-Apps: unterstützen bei der Erhaltung der Fitness und einem gesundheitsförderlichen Lebensstil
  • Versorgungs-Apps: ermöglichen dem Nutzer, Gesundheitsdaten zu sammeln und an den Arzt oder Therapeuten weiterzuleiten (z.B. Vitaldaten von Tracking-Geräten, digitale Patiententagebücher, digitale Checklisten)

Speziell zur Betreuung von Krebserkrankten bietet die Krebsversicherung der NÜRNBERGER Versicherung eine Krebsbetreuung an. Hierfür stellt der Partner Thieme Tele-Care eine 1:1 Betreuung von erfahrenen Experten für die Versicherten zur Verfügung. Die Coaches verfügen über eine spezielle Ausbildung für die Betreuung onkologischer Erkrankungen und Psychoonkologie.

In das Coaching kann außerdem die Thieme Coach App eingebunden werden. Sie fungiert als digitale Komponente und bietet  eine multimediale Wissensvermittlung anhand von Texten, Videos und Audios. Zudem bietet die App krankheitsspezifische Module, beispielsweise für das Medikamentenmanagement, dem Messen von Vitalwerten, der Einschätzung von Gesundheitsverhalten und -situation sowie bei der Umsetzung von Zielen.

Online-Angebote zur psychologischen Begleitung

Neben medizinischen Themen gibt es inzwischen auch anerkannte Programme und Apps für psychotherapeutische Betreuung und Selbsthilfe. Diese können zur Überbrückung der Wartezeit auf einen Therapieplatz oder zur Unterstützung einer bereits stattfindenden Therapie genutzt werden. Programme wie beispielsweise Pro.Perspektive basieren in der Regel auf kognitiver Verhaltenstherapie. Die Nutzer können ihre eigene Belastungsintensität anhand von Tagebüchern, Checklisten und Fragebögen messen und werden darin unterstützt, Stimmungstiefs zu überwinden. Ziel ist es, negative Denkmuster zu durchbrechen und Verhaltensweisen für einen konstruktiven Umgang mit Krisen zu erlernen.

Die Qualität von Apps und Programmen zur psychologischen Unterstützung sind anhand folgender Merkmale zu identifizieren:

  • das Einsatzgebiet wird klar definiert
  • Anbieter und Finanzierung der App werden transparent dargestellt
  • das Programm und Therapiekonzept werden erklärt
  • klinische Studien liegen dem Programm zu Grunde
  • mögliche Kosten für Selbstzahler werden transparent aufgelistet
  • die Datenschutzerklärung ist leicht zu finden und zu verstehen

Sowohl für medizinische als auch psychologische Online-Angebote gilt: Gratis Apps und Programme sind mit Vorsicht zu genießen. Zum einen bieten sie nur einen begrenzten Funktionsumfang. Zum Anderen sind die Anbieter und deren Hintergründe oft unbekannt. Gerade bei Angaben zu sensiblen Daten wie beispielsweise Gesundheitsdaten sollte gesichert sein, dass sich die Anbieter an europäisches Datenrecht halten, Sicherheitsstandards zum Schutz vor Hackerangriffen wahren und die gespeicherten Informationen nicht weitergeben.

Psychoonkologische Beratung mit der Krebsversicherung

Neben der Geldleistung bietet die Krebsversicherung der NÜRNBERGER im Leistungsfall auch eine psychologische Beratung von Krebserkrankten an. Hierfür wurde die Krebsbetreuung mit dem Partner Thieme Tele-Care ins Leben gerufen.

Im Rahmen der Krebsbetreuung werden die Klienten zu ihrer Erkrankung medizinisch beraten und erhalten zusätzlich psychologische Hilfestellung. Für das Themenfeld Psychoonkologie setzt Thieme in der 1:1 Betreuung ausschließlich auf akademisch ausgebildete Coaches ein (Studium der Psychologie, Soziale Arbeit bzw. Sozialpädagogik). Die Coaches sind hinsichtlich der Somatik intern ausgebildet und verfügen über langjährige Coachingerfahrungen im Bereich onkologische Erkrankungen. Die Betreuung ist stets individuell und berücksichtigt zudem auch soziale, familiäre und strukturelle Begleitumstände. Auch Angehörige können in die Beratung mit eingebunden werden.

Themenfelder der Beratung sind unter anderem

Situationsklärung und Klärung der Motivlage

Geklärt werden:

  • aktuelle Krankheits- und Versorgungssituation
  • medikamentöser und/oder operativer Behandlungsbedarf
  • bisherige diagnostische und/oder therapeutische Maßnahmen 
  • relevante Begleiterkrankungen (z. B. psychische Belastungen)
  • Bedürfnisse bezüglich der Betreuung und Beratung (Welche Anliegen hat der Patient?)
  • Erwartungen an die Krebsbetreuung

Wissensvermittlung zur Erkrankung

Über die Thieme-App, Wissensmedien und auch von dem persönlichen Berater Sie über Themen aufgeklärt wie:

  • Krankheitssymptome erkennen und verstehen
  • Krankheitsprogression
  • Risikofaktoren
  • Therapie verstehen
  • Notfall- und Krisenmanagement

Unterstützung des ärztlichen Behandlungsplans:

  • Abklären der medikamentösen und/oder operativen Therapien, Strahlentherapie, und weitere Therapiemöglichkeiten 
  • Beratung zu Behandlungsmöglichkeiten von Schmerzen und Nebenwirkungen
  • Tipps zu Bewegung und Ernährung bei Krebserkrankungen
  • Motivation zur Umsetzung und Einhaltung ärztlicher Empfehlungen

Umgang mit Nebenwirkungen

Dazu gehören Umgang mit Übelkeit, Lymphödem, Fatigue etc.

Schmerzmonitoring

Führen eines Schmerzprotokolls als Grundlage für Arztgespräche und Gespräche mit der Krebsberatung.

Stressreduktion und Entspannungstechniken

Vermittlung von Techniken zur Stressbewältigung wie z.B. Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR).

Motivation

Motivation des Erkrankten, das Gelernte zum Umgang mit der Erkrankung umzusetzen: Ziel ist das Stärken der psychischen Willenskraft und des Selbstvertrauens. Lebensqualität und Wohlbefinden sollen so gesteigert werden.

Verhaltenstherapeutische Elemente

Vermittlung von Techniken zur Analyse und Verbesserung des persönlichen Umgangs mit Stressereignissen mit dem Ziel, die Erwartungshaltungen positiv zu beeinflussen.

Therapieadherence

Der persönliche Berater spricht mit Ihnen über Ihre derzeitigen oder geplanten Therapie. Zudem wird der Klient unterstützt in seinem Verständnis und der Einhaltung von ärztlichen Behandlungsangeboten.

In das Programm kann außerdem die Thieme Coach App eingebunden werden. Sie fungiert als digitale Komponente und bietet Ihnen eine multimediale Wissensvermittlung anhand von Texten, Videos und Audios. Die diversen Module der App unterstützen die Nutzer bei Ihrem Medikamentenmanagement, der Erfassung Ihrer Vitalwerte, der Einschätzung Ihres Gesundheitsverhaltens und -situation sowie bei der Umsetzung von Zielen.